Wu Wei, Sheng

Zukunftsmusik

»Wenn er auf der Sheng Bach oder Vivaldi spielt, so klingt seine Intonation wie ein magischer Spiegel, der unsere tradierte Klang erfahrung auf wundersame Weise bricht.«
(Wolf Kampmann)

Die Kombination der Zukunftsbilder mit zeitgenössischer Musik gehört zu den prägenden Merkmalen der »Tage der Utopie«. Seit dem ersten Festival im Jahr 2003 laden wir Musikerinnen und Musiker ein, für jeden Abend jeweils zwei Stücke zu komponieren und selbst uraufzuführen. Die Künstler sind als „artist in residence“ die ganze Woche anwesend, proben, konzertieren und spielen eine Aufnahme aller ihrer eigens für das Festival geschaffener Arbeiten ein, die wir als CD parallel zu unserer Buchreihe publizieren. Ihre Musik ist für uns wie eine Sprache, die ermutigend vom Neuen spricht. Im Augenblick ihrer Aufführung praktiziert sie bereits das Zukünftige ..., das so zum Naheliegenden, Gegenwärtigen wird.

Zu den Virtuosen unter den chinesischen Sheng-Spielern gehört Wu Wei. Sein Instrument, das aus der chinesischen Mundorgel entwickelt wurde und mit mehr als 3000 Jahren zu den ältesten chinesischen Musikinstrumenten überhaupt zählt, besteht aus 30 Bambuspfeifen, die in einem kleinen Metalltopf stecken.

»Auf der Sheng kann Wu Wei somit mehrere Töne gleichzeitig, mehrstimmige Fugen, Akkorde und sogar Cluster spielen. Die Klänge und innovativen Tonkreationen weisen eine enorme Bandbreite auf und rufen im Publikum vielfach großes Staunen darüber hervor, dass es sich um ein rein akustisches Instrument und nicht um einen Synthesizer handelt.«
(ProTon)

Als Mitglied des Asian Art Ensemble ist er auch in der Neue Musik-Szene zu Hause. Er brilliert in zahllosen CD-Einspielungen. Konzertreisen durch Japan, die USA und Europa eröffnen ihm den Zugang zu außerchinesischen Musiktraditionen. 1996 gewinnt er in Berlin den Ersten Preis im Weltmusikwettbewerb »Musica Vitale«. Er widmete sich dem Jazz, der freien Improvisation, der traditionellen chinesischen Musik und nicht zuletzt auch der Neuen Musik. In den letzten Jahren war er an über 100 Uraufführungen beteiligt. Er konzertierte u.a. mit den Berliner Philharmonikern unter Kent Nagano oder dem Los Angeles Philharmonic Orchestra mit Gustavo Dudamel.

 

Bisher erschienen in der Tage der Utopie-Edition: Peter Madsen, Solo-Piano; Carol Robinson, Klarinette, Peter Madsen/Mario Pavone, Piano/Bass; Garth Knox/Magali Imbert, Viola/Flöten; Sylvie Courvoisier/Mark Feldman, Piano/Geige; Frances-Marie Uitti, Solo-Cello; Pascal Contet, Solo-Akkordeon.