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Peripherie als Hoffnungsträger?

Berichte aus Zukunft und Gegenwart des ländlichen Raums

Wirklichkeit nach der neuen Auffassung ist nicht ›Realität‹ - Realität als das, was sich aus Dingen zusammensetzt -, Wirklichkeit ist Potenzialität«, sagt der Physiker Hans-Peter Dürr. Man kann dies ausdehnen: auch kulturelle, wirtschaftliche und soziale Wirklichkeiten werden wesentlich bestimmt von dem, was in ihnen an Möglichkeiten gesehen wird. Manche sehen für die ländliche Peripherie wenig Möglichkeiten. Also auch keine Wirklichkeit?

Caminada und Perger behaupten, dass dies vor allem an der Wahrnehmung liegt. Unsere Bildung schult eine Wahrnehmung, die unempfindlich ist für das, was Orte, Umgebungen, Interaktionen mit der Natur und existentiell vernetzte Gemeinschaften bieten können. »Wir müssen deshalb unsere Sinne neu schärfen. Dies ist die Grundlage für neue Ideen, was in der Vielfalt der Regionen zukünftig möglich ist.«

Gion A. Caminada, Architekt und Dozent an der ETH Zürich ist einer der Hauptvertreter der aktuellen Schweizer Baukultur und genießt international hohes Ansehen. Seit etwa zehn Jahren setzt er sich mit seinem Heimatort Vrin, einem hochgelegenen Bergdorf in Graubünden, auseinander, wo er nicht nur als Architekt und Dorfplaner fungiert, sondern auch auf politischer Ebene tätig war.